Hohenstücken feiert 50. Geburtstag!

1972 wurde mit dem SED-Wohnungsbauprogramm auch in Brandenburg an der Havel der Grundstein für einen neuen Stadtteil gelegt. Die Industriestadt wollte wachsen. Also wurden fortan Großteile der Altstädtischen Forst und landwirtschaftliche Nutzflächen nordwestlich des Stadtgebietes überbaut – mit der „Platte“, die modernen Wohnraum für alle bieten sollte.

 

Über 9.000 Wohneinheiten entstanden. Fast 20.000 Menschen zogen nach Hohenstücken, lebten dort den Wohn(t)raum der DDR.

 

Nach der Wende verließen tausende von ihnen Hohenstücken beinahe fluchtartig, die „Platte“ stand vielerorts leer. Abriss und Rückbau waren die Konsequenz. Heute arbeiten die Wohnungsanbieter wie die WBG fleißig daran, dem DDR-Bau einen neuen Anstrich zu geben. Wortwörtlich an den Fassaden, aber auch innen – durch individuelle und flexible Raumgestaltung, die jedem einen neuen Wohn(t)raum ermöglichen soll.

 

Damit zieht in die Platte wieder neues Leben ein. Das merkt auch Quartiersmanager Tino Haberecht. Der Stadtteil ist im Wandel und seine Bewohner – alt wie neu – prägen ihn. Sie sollen daher im 50. Jubeljahr besonders viele Chancen haben, sich zu treffen, kennenzulernen, gemeinsam zu feiern, aber auch ihr Hohenstücken mitzugestalten.

Zuvorderst hofft Tino Haberecht darauf, dass sich im Bürgerhaus Hohenstücken bald wieder alle Gruppen treffen können, Tanz- oder Quiznachmittage nach der coronabedingten Zwangspause erneut durchstarten. „Allein das wäre schon ein tolles Geschenk“, findet er.

 

Darüber hinaus hat das Quartiersmanagement mit vielen verschiedenen Partnern einiges vor, um das Jubiläum gebührend zu begehen. „Das Highlight, wenn es denn erlaubt ist, wird das Stadtteilfest im September sein“, sagt Tino Haberecht. Doch schon zuvor sind tolle Aktionen geplant.

 

„Wir wollen erstmals einen Tag der Kulturen gestalten, bei dem sich die Vielzahl der Menschen wiederfinden soll“, erzählt der Quartiersmanager. Fix ist dafür der 10. Juni, der Ort jedoch noch nicht. Im Kulturprogramm an diesem Tag werden die Vielsprachigkeit und die kulturelle Vielfalt in den Mittelpunkt gestellt.

 

Außerdem ist Tino Haberecht guter Hoffnung, das „Kreidespektakel“ am 14. Juni erneut durchführen zu können. „Das ist immer ein Riesenhappening“, sagt er. Hunderte Kinder treffen sich dabei vor dem Bürgerhaus, um die Bodenplatten kreativ zu gestalten. Zwei Quadratmeter hat jede Gruppe für ihr Kreidewerk zur Verfügung. Die drei besten Motive werden von einer Jury ausgezeichnet. Für die Erstplatzierten gibt es einen Workshop mit Künstler Guido Raddatz als Preis. In Kooperation mit den Stadtwerken Brandenburg können sie dann noch einen Stromkasten im Kiez bemalen. „Für die Kinder ist die Gestaltung im Stadtteil ganz toll, diese Chance, hier mitwirken zu können“, weiß Tino Haberecht.

 

Mitwirken sollen aber nicht nur die Kinder, sondern alle Stadtteilbewohner, findet der Quartiersmanager. Gemeinsam mit seinem Kollegen wird er daher erstmals im Sinne des „Planning for real“-Verfahrens durch den Stadtteil wandern. Ausgestattet mit Pavillon, Tresen, Beachflag – „Man wird uns nicht übersehen können.“ – geht es auch in die kleinsten Straßen und hintersten Blöcke, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie können Hinweise, Kritik oder Wünsche rund um ihr Hohenstücken äußern, mit dem Quartiersmanagement in den Austausch kommen. „Wir sprechen dann letztendlich mit den Experten vor Ort“, ist sich Tino Haberecht bewusst. Er verspricht: „Sobald es warm wird, sind wir unterwegs“.

 

Im Spätsommer wird dann so richtig der 50. Geburtstag gefeiert. Um sich für das Stadtteilfest „aufzuwärmen“ gibt es am 2. September ein kleines Musikfestival vor dem Bürgerhaus. Lokale Sänger, Duos und Gruppen sollen die Bühne auf dem Vorplatz bespielen und den Stadtteil zum Tanzen bringen.

 

Das Stadtteilfest selbst folgt dann einen Tag darauf, am 3. September. Welche Überraschungen da auf die Hohenstückener warten, das lässt Tino Haberecht noch offen.

 

Übrigens: Um die vergangenen 50 Jahre lebendig werden zu lassen, suchen die Stadtteilbibliothek und das Quartiersmanagement Bilder aus dieser Zeit. Einiges ist schon eingetrudelt, aber Tino Haberecht hofft, dass noch mehr Menschen ihre privaten Fotoalben durchstöbern, um das Leben im Kiez sichtbar zu machen. „Wenn wir dazu Geschichten bekommen, ist das umso besser“, sagt er . Die Fotos oder auch Dias können bei einem Besuch in der Bibliothek oder im Stadtteilbüro, Walther-Ausländer-Straße 1, abgegeben werden. Wer sie digital vorliegen hat, sendet die Bilder per Mail an haberecht@bas-brandenburg.de. Tino Haberecht postet die Bilder nach und nach bei Facebook und Instagram, bestenfalls sollen sie zudem als Ausstellung in der ersten Etage des Bürgerhauses zu sehen sein.

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